Trash-Clips zeichnen sich dadurch aus, dass die Effekte völlig veraltet sind und meistens auch in den Augen schmerzen.
Das Video zu Wannabe in L.A. von den Eagles Of Death Metal kann man als Trash-Clip bezeichnen, denn Jesse hampelt ein bisschen in der Bluebox herum, die Effekte sind aus der Mottenkiste und die Farben erregen teilweise Augenkrebs. Trotzdem finde ich dieses Video nicht schlecht. Natürlich gibt es bessere Videos, aber das Ganze passt zur Musik, zum Image von Jesse uns den Eagles Of Death Metal. Jesse ist schliesslich schrill und etwas verrückt.
Auch das neue Video von Pearl Jam ist ein Trash-Video, denn auch Pearl Jam hüpfen in einer Bluebox rum, die Effekte sind aus der Mottenkiste und die Kameraführung verursacht Kopfschmerzen. Richtig gehört… Pearl Jam hüpfen in einer Bluebox herum. Das passt doch ausgezeichnet zu einer Band, die lang keine Videos machen wollte und wenn sie welche machte, dann waren diese Videos zwar manchmal seltsam, aber nie ohne Konzept. Anders dieses Video. Dieses Video ist einfach nur schlecht. S c h l e c h t. Den Song fand ich ja schon eher enttäuschend, aber mittlerweile kann ich mit dieser unglücklichen Singleauskopplung abfinden. Aber dieses Video passt nicht zu Pearl Jam. Pearl Jam sind nicht veraltete Effekte und ein Statistenpublikum, das etwa so glaubwürdig wirkt wie das Publikum bei Oliver Geissen. Pearl Jam klauen den Applaus nicht von einem aktuellen Fussballgame. Trotzdem flimmert dieses Filmmaterial, das die Bezeichnung Musikvideo nicht verdient, über meinen Bildschirm und beleidigt meine Augen. Mir ist rätselhaft wie man so etwas veröffentlichen kann, vor allem weil man einfach ein richtiges, kleines Konzert hätte filmen können. Das wäre dann auch überzeugend und authentisch gewesen. Aber dieses Video ist Realität und hat die einzige Chance für den Song, nicht völlig in der Belanglosigkeit zu versinken, zerstört.
Pearl Jam lassen endlich wieder etwas von sich hören, nur gefallen will mir das nicht. Die erste Single aus dem neuen Album Backspacer ist The Fixer und wird laut Universal Music Anfang September 2009 veröffentlicht. Das Lied hat zweifellos Ohrwurmqualitäten. Es bleibt auch mir im Ohr hängen, der rechte Fuss wippt sogar mit, aber freuen kann ich mich nicht. Der Sound erinnert sehr an die Avocado, an Lieder wie Big Wave oder Unemployable, die mir nie sehr gefallen haben und für mich nie eine besondere Bedeutung erlangt haben. Das Lied ist mit 2.57 sehr kurz und irgendwie wirkt alles etwas lieblos aneinander gepappt. Ein paar Mal weniger ‘Yeah Yeah Yeah’ hätte auch nicht geschadet. Ausserdem klingt Eddie verdammt schlecht, sein Gesang klingt sehr angestrengt und gepresst. Man sollte ihm das Rauchen verbieten. Das man noch weniger versteht als sonst, stört mich nicht weiter. Aber dieses Lied lässt mich seltsam kalt. Vielleicht fürchte ich mich auch nur vor Powerrock und einem Radiorock-Album? Als Singleauskopplung hätte ich wirklich mehr erwartet.
Got Some, der Song den sie live bei Conan O’ Brian gespielt haben, gefällt mir viel besser.
Dass ich eine arme Studentin bin und mir deswegen das Geld fehlt, um am 15. August wieder in der Wuhlheide (Berlin) zu sein, macht mir trotzdem sehr zu schaffen.