Gespeichert unter: Musik | Schlagworte: Backspacer, Eagles Of Death Metal, Eddie Vedder, Jesse Hughes, Kritik, Music Clip, Musik, Pearl Jam, The Fixer, Video, Wannabe in L.A
Trash-Clips zeichnen sich dadurch aus, dass die Effekte völlig veraltet sind und meistens auch in den Augen schmerzen.
Das Video zu Wannabe in L.A. von den Eagles Of Death Metal kann man als Trash-Clip bezeichnen, denn Jesse hampelt ein bisschen in der Bluebox herum, die Effekte sind aus der Mottenkiste und die Farben erregen teilweise Augenkrebs. Trotzdem finde ich dieses Video nicht schlecht. Natürlich gibt es bessere Videos, aber das Ganze passt zur Musik, zum Image von Jesse uns den Eagles Of Death Metal. Jesse ist schliesslich schrill und etwas verrückt.
Auch das neue Video von Pearl Jam ist ein Trash-Video, denn auch Pearl Jam hüpfen in einer Bluebox rum, die Effekte sind aus der Mottenkiste und die Kameraführung verursacht Kopfschmerzen. Richtig gehört… Pearl Jam hüpfen in einer Bluebox herum. Das passt doch ausgezeichnet zu einer Band, die lang keine Videos machen wollte und wenn sie welche machte, dann waren diese Videos zwar manchmal seltsam, aber nie ohne Konzept. Anders dieses Video. Dieses Video ist einfach nur schlecht. S c h l e c h t. Den Song fand ich ja schon eher enttäuschend, aber mittlerweile kann ich mit dieser unglücklichen Singleauskopplung abfinden. Aber dieses Video passt nicht zu Pearl Jam. Pearl Jam sind nicht veraltete Effekte und ein Statistenpublikum, das etwa so glaubwürdig wirkt wie das Publikum bei Oliver Geissen. Pearl Jam klauen den Applaus nicht von einem aktuellen Fussballgame. Trotzdem flimmert dieses Filmmaterial, das die Bezeichnung Musikvideo nicht verdient, über meinen Bildschirm und beleidigt meine Augen. Mir ist rätselhaft wie man so etwas veröffentlichen kann, vor allem weil man einfach ein richtiges, kleines Konzert hätte filmen können. Das wäre dann auch überzeugend und authentisch gewesen. Aber dieses Video ist Realität und hat die einzige Chance für den Song, nicht völlig in der Belanglosigkeit zu versinken, zerstört.
Gespeichert unter: Leben, Musik | Schlagworte: Ausgehen, Bern, Dachstock, Eagles Of Death Metal, Konzert

Jesse ‘The Devil’ Hughes und Josh ‘Baby Duck’ Homme
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Jesse ‘The Devil’ ‘Boots Electric’ [...] Hughes und seine Truppe in Bern. In meiner Stadt. Auch wenn ich sie schon im März in Zürich gesehen habe, musste ich natürlich dabei sein. Jesse ist Rock ‘n’ Roll. Auf der Bühne bewegt sich niemand wie er, er trägt die engsten Jeans und hat den grössten, ha, Schnauz. Er ist der einzige Mann der es wagt sich mit einem Oberlippenbart (auch: Moustache, Pornobalken, Rotzbremse) in der Öffentlichkeit zu zeigen und dabei so verdammt gut aussieht.
Wir waren fast die Ersten und kaum hatten wir den Dachstock betreten, sahen wir ihn auch schon. Jesse, the devil’s favourite son. Etwas verstört gingen wir erst einmal zur Garderobe und auch wenn der Raum noch halb leer war, machten wir es uns vor der Bühne bequem. Der Dachstock ist wirklich der ideale Ort für so ein Konzert, etwas heruntergekommen und trotzdem sehr gemütlich. So wie Dachböden nun einmal sind. Es dauerte nicht lange und wir bemerkten, dass Jesse mittlerweile seelenruhig in der einen Ecke hinter dem DJ-Pult stand. Die Zigarette lässig im Mundwinkel hängend sorgte er für die passende Musik im Raum und tänzelte dabei gut gelaunt herum. Wir Drei hatten jetzt leider nur ein Problem: Keine Kamera. Die Kamera von K. hatte pünktlich vor dem grössten Moment in ihrem Kameraleben, nämlich Jesse Hughes vor der Linse zu haben, den Geist aufgegeben. Nach langem Hin und Her fragten wir zwei junge Frauen, ob wir ihre Kamera ausleihen dürften. Ohne zu Zögern ging ich dann zu Jesse, denn hätte ich auch nur eine weitere Sekunde darüber nachgedacht, hätte ich gekniffen. Ich ging also hin, hoffte nicht in letzter Minute mein ganzes Sprachvermögen zu verlieren und tatsächlich: Ich kriegte den Mund auf und Englisch konnte ich auch noch. Ich hatte kaum zu Ende gesprochen, da legte er auch schon den Arm um mich. Mein Geisteszustand in diesem Moment lässt sich mit einer Wüste, über die der Wind trockenes Gestrüpp weht, vergleichen. Wir machten dann alle Drei ein Foto mit ihm und erstaunlicherweise sieht man mir auf dem Bild nichts von der Einöde in meinem Kopf an.
Bleibt nun zu hoffen, dass mir das Foto bald geschickt wird. Bis jetzt habe ich nämlich noch keine E-mail gekriegt…
Kurz nach Zehn trat dann endlich die Vorband, Come ‘n’ Go, auf. Die waren zu Beginn gar nicht mal schlecht, aber nach einer Weile hörten sich alle Lieder gleich an. Das eigentliche Problem waren aber ein paar Damen hinter uns. Anscheinend schienen sie die Vorband zu kennen, wollten deswegen unbedingt nach vorne und dazu war ihnen jedes Mittel recht. Da es keine Absperrung hatte, konnte man das Geschubse auch nicht ignorieren, sofern man nicht alle drei Sekunden die Bühnenkante küssen wollte. Wir gingen dann nach hinten, was wir auch später hätten tun müssen, da wir keine Lust hatten im Mosh Pit zu landen. Aber ich hasse solche Leute, vor allem wenn das Ganze dann auch noch in einen Zickenkrieg ausartet. Gewalt ist sicherlich keine Lösung, aber in solchen Momenten wäre sie vielleicht ein gutes Argument. Ich würde jemanden nur verprügeln, wenn mich diese Person ernsthaft bedroht. Ich muss aber zugeben, dass wenn mir jemand wie gestern absichtlich Bier über die Kleider schüttet, ich dann schon das Bedürfnis verspüre, dieser Person ganz sanft die Nase zu brechen. Aber da ich schliesslich keinen an der Klatsche habe, kann ich mich beherrschen und schreibe stattdessen bösartige Blogeinträge.
Gegen Mitternacht war es dann endlich soweit. Eagles Of Death Metal, yeah. Es ging los mit ‘I Only Want You’ und das ganze Konzert war einfach grossartig. Die Akustik war viel besser als in Zürich, die Atmosphäre… alles. Jesse hampelte in gewohnter Manier herum, liess einige fiese Seitenhiebe auf Axel Rose fallen und ignorierte freundlich ‘Yes we can!’-Rufe aus dem Publikum. Da war nämlich so ein Typ im Publikum, der nichts besseres zu tun hatte als ‘Yes we can!’ und ‘Fuck you!’ nach vorne zu brüllen, denn Jesse Hughes ist bekanntlich Republikaner. Auch so etwas das ich nie verstehen werde… Ich würde nie an ein Konzert, nur um dann die Band zu beschimpfen?!
Unter anderem wurden diese Lieder gespielt, aber an die Reihenfolge kann ich mich nicht wirklich erinnern.
I Only Want You
Don’t Speak (I Came To Make A Bang)
Bad Dream Mama
So Easy
I Want You So Hard (Boy’s Bad News)
Just Nineteen
Stuck In The Middle With You
Speaking In Tongues
Midnight Creeper
Already Died
Anything Cept’ The Truth
Secret Plans
Heart On
Now I’m A Fool
Brown Sugar (Cover)
Cherry Cola
Wannabe In L.A.
Morgens um Zwei verabschiedeten sie sich, Jesse warf sein Shirt in die Menge und weg war er. Der Mann mit dem Schnauz und diesem eigentümlichen Charme, dem so ziemlich jeder erliegt.♥
