Der rote Koffer


Them Crooked Vultures

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Mittlerweile mag ich Geier nicht mehr besonders. Wenn die Geier aber Josh Homme, Dave Grohl und John Paul Jones heissen und zusammen am Musikhimmel kreisen, dann könnten Geier bald zu meinen neuen Lieblingstieren avancieren. Das noch unbetitelte Album erscheint wohl Ende November und ich bin sehr gespannt was bis dahin noch ausgebrütet wird.

Als Vorgeschmack einige Videos vom Lowlands Festival in den Niederlanden:

Gunman

Caligulove

New Fang



Pearl Jam – Das neue Video
September 2, 2009, 7:30
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Trash-Clips zeichnen sich dadurch aus, dass die Effekte völlig veraltet sind und meistens auch in den Augen schmerzen.

Das Video zu Wannabe in L.A. von den Eagles Of Death Metal kann man als Trash-Clip bezeichnen, denn Jesse hampelt ein bisschen in der Bluebox herum, die Effekte sind aus der Mottenkiste und die Farben erregen teilweise Augenkrebs. Trotzdem finde ich dieses Video nicht schlecht. Natürlich gibt es bessere Videos, aber das Ganze passt zur Musik, zum Image von Jesse uns den Eagles Of Death Metal. Jesse ist schliesslich schrill und etwas verrückt.

Auch das neue Video von Pearl Jam ist ein Trash-Video, denn auch Pearl Jam hüpfen in einer Bluebox rum, die Effekte sind aus der Mottenkiste und die Kameraführung verursacht Kopfschmerzen. Richtig gehört… Pearl Jam hüpfen in einer Bluebox herum. Das passt doch ausgezeichnet zu einer Band, die lang keine Videos machen wollte und wenn sie welche machte, dann waren diese Videos zwar manchmal seltsam, aber nie ohne Konzept. Anders dieses Video. Dieses Video ist einfach nur schlecht.   S c h l e c h t. Den Song fand ich ja schon eher enttäuschend, aber mittlerweile kann ich mit dieser unglücklichen Singleauskopplung abfinden. Aber dieses Video passt nicht zu Pearl Jam. Pearl Jam sind nicht veraltete Effekte und ein Statistenpublikum, das etwa so glaubwürdig wirkt wie das Publikum bei Oliver Geissen. Pearl Jam klauen den Applaus nicht von einem aktuellen Fussballgame. Trotzdem flimmert dieses Filmmaterial, das die Bezeichnung Musikvideo nicht verdient, über meinen Bildschirm und beleidigt meine Augen. Mir ist rätselhaft wie man so etwas veröffentlichen kann, vor allem weil man einfach ein richtiges, kleines Konzert hätte filmen können. Das wäre dann auch überzeugend und authentisch gewesen. Aber dieses Video ist Realität und hat die einzige Chance für den Song, nicht völlig in der Belanglosigkeit zu versinken, zerstört.



Anstrengende Tage
August 20, 2009, 12:29
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Während der rote Koffer unbeachtet und vernachlässigt in der Wohnung lag, war ich unterwegs um keine Katastrophe zu verpassen.

Den Nationalfeiertag, also den 1. August, verbrachte ich vor zwei Jahren in den Armen eines sehr blonden Finnen, der ganz, ganz toll war und jetzt leider wieder in Finnland lebt. Dieses Jahr war es dann ein Ostschweizer, der nicht blond, dafür unsensibel und taktlos war und leider gleich um die Ecke lebt. Zusammen mit seinem Mitbewohner, der ein derart freches Mundwerk besitzt, dass ich ihm an diesem Abend am liebsten meinen Martini über den Kopf gekippt hätte und ihn in Gedanken schon im Backofen brutzeln sah. Der Abend endete damit, dass ich alleine und völlig entnervt bei mir Zuhause ankam und am liebsten alles kurz und klein geschlagen hätte. Seit diesem Abend besitze ich wieder eine Notfallpackung Zigaretten. Leider sollte sie nicht lange ungeöffnent bleiben.

Nicht zwei Wochen später sass ich zusammen mit meiner Schwester am Bahnhof Burgdorf, Rauch stieg aus meiner Nase auf und zu meinen Füssen stand die leere Katzenbox. Sweetie, die eine Katze meiner Schwester, starb am 12. August 2009. Es folgten drückend heisse Tage in denen ich mich vor dem Studium drückte und Nächte in denen ich zu viel nachdachte.In diesen Tagen lief mir auch gleich zwei Mal mein Ex über den Weg, den ich wegen seiner entenähnlichen Gangart leider immer noch von anderen Menschen unterscheiden kann. Bleibt noch zu erwähnen, dass mein letzter Friseurbesuch ein Reinfall war. Der Friseur meines Vertrauens war in den Ferien und ich habe keine Ahnung wo der kurze, nach hinten abgeschrägte Bob ist. Auf meinem Kopf jedenfalls nicht.



Pearl Jam – „The Fixer“
Juli 21, 2009, 11:12
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Pearl Jam lassen endlich wieder etwas von sich hören, nur gefallen will mir das nicht. Die erste Single aus dem neuen Album Backspacer ist The Fixer und wird laut Universal Music Anfang September 2009 veröffentlicht. Das Lied hat zweifellos Ohrwurmqualitäten. Es bleibt auch mir im Ohr hängen, der rechte Fuss wippt sogar mit, aber freuen kann ich mich nicht. Der Sound erinnert sehr an die Avocado, an Lieder wie Big Wave oder Unemployable, die mir nie sehr gefallen haben und für mich nie eine besondere Bedeutung erlangt haben. Das Lied ist mit 2.57 sehr kurz und irgendwie wirkt alles etwas lieblos aneinander gepappt. Ein paar Mal weniger ‘Yeah Yeah Yeah’ hätte auch nicht geschadet. Ausserdem klingt Eddie verdammt schlecht, sein Gesang klingt sehr angestrengt und gepresst. Man sollte ihm das Rauchen verbieten. Das man noch weniger versteht als sonst, stört mich nicht weiter. Aber dieses Lied lässt mich seltsam kalt. Vielleicht fürchte ich mich auch nur vor Powerrock und einem Radiorock-Album? Als Singleauskopplung hätte ich wirklich mehr erwartet.

Got Some, der Song den sie live bei Conan O’ Brian gespielt haben, gefällt mir viel besser.

The Fixer

Got Some

Dass ich eine arme Studentin bin und mir deswegen das Geld fehlt, um am 15. August wieder in der Wuhlheide (Berlin) zu sein, macht mir trotzdem sehr zu schaffen.



Schöftland
Juli 13, 2009, 1:47
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Gute deutsche Lieder können auch aus Bern kommen.

www.myspace.com/schoeftland

www.schoeftland.com

Zum ersten Mal als Vorband von Gisbert Zu Knyphausen (11.06.2009, El Lokal, Zürich) gehört. Sehr überzeugend.



This is it
Juli 13, 2009, 1:36
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… sagte Michael Jackson über seine geplanten letzten Konzerte in London und guckt sich jetzt die Radieschen von unten an.

Wir haben soviel zusammen erlebt. Ich und du. Beste Freundinnen. Die ersten Zigaretten. Ein Festival bei dem uns das Wasser bis zu den Knien reichte. Mitten in der Nacht bei dir zuhause kochen. Das Gymnasium. Die Matura. Dein Vater beschwerte sich vor dem neuen Handyvertrag oft über die hohen Telefonrechnungen. Als ein Schlagzeuger mir das Leben und das Herz schwer machte, warst du da. Stelltest dich schützend vor mich. Ich hinderte dich daran völlig betrunken in den Fluss zu springen. Zu Fuss auf dem Weg zu einer Party in einem Kuhkaff und dann fängt es plötzlich an zu schneien. Das erste Pearl Jam Konzert meines Lebens. Meinen Liebeskummer. Deinen Liebeskummer. Mein Finne durfte bei dir wohnen. Die von ihm zum Abschied gefertigte Zeichnung zeigt uns alle und ist wahrscheinlich immer noch bei dir. Wir haben angefangen zu studieren. Du hast dich in die Arbeit gestürzt und hast dich verändert. Ein Mann in meinem Leben, der mir nichts bedeutete und jetzt stelltest du mich bloss. Ich verzieh dir. Der erste April war dieses Jahr schon vorbei als du mir dann von deinem Vorhaben erzählst hast. Ich wollte es trotzdem nicht glauben. Ich machte mir Sorgen, versuchte dir zu helfen. Wir stritten uns. Du wolltest mir eine Verantwortung aufbürden, die man niemandem aufbürdet. Ich dachte unsere Freundschaft würde nicht an so etwas zerbrechen.

Du wirst deinen Weg gehen, doch ich werde dich nicht begleiten.

Das war’s.



Eagles Of Death Metal @ Dachstock, Bern. 19.06.2009
Juni 22, 2009, 7:30
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Jesse ‘The Devil’ Hughes und Josh ‘Baby Duck’ Homme

Jesse ‘The Devil’ ‘Boots Electric’ [...] Hughes und seine Truppe in Bern. In meiner Stadt. Auch wenn ich sie schon im März in Zürich gesehen habe, musste ich natürlich dabei sein. Jesse ist Rock ‘n’ Roll. Auf der Bühne bewegt sich niemand wie er, er trägt die engsten Jeans und hat den grössten, ha, Schnauz. Er ist der einzige Mann der es wagt sich mit einem Oberlippenbart (auch: Moustache, Pornobalken, Rotzbremse) in der Öffentlichkeit zu zeigen und dabei so verdammt gut aussieht.

Wir waren fast die Ersten und kaum hatten wir den Dachstock betreten, sahen wir ihn auch schon. Jesse, the devil’s favourite son. Etwas verstört gingen wir erst einmal zur Garderobe und auch wenn der Raum noch halb leer war, machten wir es uns vor der Bühne bequem. Der Dachstock ist wirklich der ideale Ort für so ein Konzert, etwas heruntergekommen und trotzdem sehr gemütlich. So wie Dachböden nun einmal sind. Es dauerte nicht lange und wir bemerkten, dass Jesse mittlerweile seelenruhig in der einen Ecke hinter dem DJ-Pult stand. Die Zigarette lässig im Mundwinkel hängend sorgte er für die passende Musik im Raum und tänzelte dabei gut gelaunt herum. Wir Drei hatten jetzt leider nur ein Problem: Keine Kamera. Die Kamera von K. hatte pünktlich vor dem grössten Moment in ihrem Kameraleben, nämlich Jesse Hughes vor der Linse zu haben, den Geist aufgegeben. Nach langem Hin und Her fragten wir zwei junge Frauen, ob wir ihre Kamera ausleihen dürften. Ohne zu Zögern ging ich dann zu Jesse, denn hätte ich auch nur eine weitere Sekunde darüber nachgedacht, hätte ich gekniffen. Ich ging also hin, hoffte nicht in letzter Minute mein ganzes Sprachvermögen zu verlieren und tatsächlich: Ich kriegte den Mund auf und Englisch konnte ich auch noch. Ich hatte kaum zu Ende gesprochen, da legte er auch schon den Arm um mich. Mein Geisteszustand in diesem Moment lässt sich mit einer Wüste, über die der Wind trockenes Gestrüpp weht, vergleichen. Wir machten dann alle Drei ein Foto mit ihm und erstaunlicherweise sieht man mir auf dem Bild nichts von der Einöde in meinem Kopf an.

Bleibt nun zu hoffen, dass mir das Foto bald geschickt wird. Bis jetzt habe ich nämlich noch keine E-mail gekriegt…

Kurz nach Zehn trat dann endlich die Vorband, Come ‘n’ Go, auf. Die waren zu Beginn gar nicht mal schlecht, aber nach einer Weile hörten sich alle Lieder gleich an. Das eigentliche Problem waren aber ein paar Damen hinter uns. Anscheinend schienen sie die Vorband zu kennen, wollten deswegen unbedingt nach vorne und dazu war ihnen jedes Mittel recht. Da es keine Absperrung hatte, konnte man das Geschubse auch nicht ignorieren, sofern man nicht alle drei Sekunden die Bühnenkante küssen wollte. Wir gingen dann nach hinten, was wir auch später hätten tun müssen, da wir keine Lust hatten im Mosh Pit zu landen. Aber ich hasse solche Leute, vor allem wenn das Ganze dann auch noch in einen Zickenkrieg ausartet. Gewalt ist sicherlich keine Lösung, aber in solchen Momenten wäre sie vielleicht ein gutes Argument. Ich würde jemanden nur verprügeln, wenn mich diese Person ernsthaft bedroht. Ich muss aber zugeben, dass wenn mir jemand wie gestern absichtlich Bier über die Kleider schüttet, ich dann schon das Bedürfnis verspüre, dieser Person ganz sanft die Nase zu brechen. Aber da ich schliesslich keinen an der Klatsche habe, kann ich mich beherrschen und schreibe stattdessen bösartige Blogeinträge.

Gegen Mitternacht war es dann endlich soweit. Eagles Of Death Metal, yeah. Es ging los mit ‘I Only Want You’ und das ganze Konzert war einfach grossartig. Die Akustik war viel besser als in Zürich, die Atmosphäre… alles. Jesse hampelte in gewohnter Manier herum, liess einige fiese Seitenhiebe auf Axel Rose fallen und ignorierte freundlich ‘Yes we can!’-Rufe aus dem Publikum. Da war nämlich so ein Typ im Publikum, der nichts besseres zu tun hatte als ‘Yes we can!’ und ‘Fuck you!’ nach vorne zu brüllen, denn Jesse Hughes ist bekanntlich Republikaner. Auch so etwas das ich nie verstehen werde… Ich würde nie an ein Konzert, nur um dann die Band zu beschimpfen?!

Unter anderem wurden diese Lieder gespielt, aber an die Reihenfolge kann ich mich nicht wirklich erinnern.

I Only Want You

Don’t Speak (I Came To Make A Bang)

Bad Dream Mama

So Easy

I Want You So Hard (Boy’s Bad News)

Just Nineteen

Stuck In The Middle With You

Speaking In Tongues

Midnight Creeper

Already Died

Anything Cept’ The Truth

Secret Plans

Heart On

Now I’m A Fool

Brown Sugar (Cover)

Cherry Cola

Wannabe In L.A.

Morgens um Zwei verabschiedeten sie sich, Jesse warf sein Shirt in die Menge und weg war er. Der Mann mit dem Schnauz und diesem eigentümlichen Charme, dem so ziemlich jeder erliegt.



Warum ich Fisherman’s Friend Bonbons mag
Juni 17, 2009, 11:09
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Frauen seien wie Fernbedienungen mit ganz vielen Knöpfen, manche vergleichen uns gar mit Akkordeons. Männer seien da anders, behaupten viele, die meinen der Mann sei ein einfach gestricktes Wesen. Ich nehme an, die Fernbedienung für den Mann hat wirklich nur einen Knopf. Dieser Knopf vereint in sich aber alle gängigen Funktionen. Die zugrundeliegende Funktion wird beim Drücken mittels eines Algorithmus ausgewählt, der die intellektuellen Fähigkeiten jedes Mitmenschen übersteigt. Ahnungslos drückst du den Knopf und das was dann geschieht erscheint auch bei näherer Betrachtung oft nicht logisch, löst Kopfschütteln oder wüstes Fluchen aus. Zumindest manche meiner Männer sind so. Man lernt sich kennen, man redet, er ist interessiert, man will sich wieder treffen. Doch dann drückt man wieder auf den Knopf, erwischt leider die Funktion „Kalte Füsse“ und er versetzt einem und meldet sich nicht mehr.

Wenn er sich wieder meldet, mir erklärt er hätte eben in Nordkorea das Atomprogramm sabotieren und nebenher auf die höchst aggressive Katze seiner Nachbarin aufpassen müssen, dann werde ich mich gnädig zeigen. Ohne einen wirkliche Entschuldigung wird er den (hoffentlich) viel zu teuren Kaffee bezahlen während ich ihn ansehe und denke: Bin ich zu stark, bist du zu schwach.